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Bernhard Schwaiger Sun

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Lago d' Orta

2013-10-21

Rückblende: nach meinem Sehneneinriß war ich den ganzen Sommer zum nichts tun verdammt. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Dementsprechend groß war mein Hunger heuer noch etwas zu machen, als ich Ende August endlich wieder meinen Fuß normal belasten konnte. Ins Auge fasste ich dabei den "Trail Lago d'Orta" über 80km und an die 5000hm. Pünklich zum Trainingsstart war es dann auch wieder vorbei mit dem schönem Wetter, sogar ein Wintereinbruch musste verdaut werden. Dadurch kam ich nur gut 3-4 Wochen zum Trainieren. Lange Einheiten konnte ich überhaupt nur zwei absolvieren. Dann erwischte mich auch noch eine starke Verkühlung die mich bis vor drei Tage vor der Abfahrt beschäftigte. Besser kann eine Vorbereitung nicht laufen.

Drotzdem fuhr ich am 18.10 . voll motiviert und mit einer riesen Vorfreude Richtung Piermont. Nach 7 stündiger Autofahrt war erst einmal Quartier beziehen und Startunterlagen holen an der Reihe. Danach versuchte ich noch ein wenig zu relaxen um die lange Autofahrt zu verdauen.

Am 19.10. pünktlich um 5 Uhr morgens viel dann der Startschuß zum Lago d'Orta Ultratrail. Mit Stirnlampe bewaffnet ging es die ersten Stunden durch die Wälder rund um den Ortasee. Ich fühlte mich gut und startete eher verhalten, drotzdem befand ich mich in den top ten als es hell wurde. So konnte es weiter gehen. Leider vermisste ich die langen Anstiege die im Höhenprofil eingezeichnet waren. Mehr als 50-100Hm am Stück ging es nie bergauf. Nach gut drei Stunden kam dann der Mann mit dem Hammer. Starke Bauchbeschwerden machten sich urplötzlich bemerkbar. Ich dachte daß das warscheinlich nur so eine Phase ist wo man durch muss. Leider wurde es aber immer schlimmer, jedes mal wenn ich versuchte Nahrung zu mir zu nehmen musste ich erbrechen. Das raubte mir natürlich ordenlich Energie, sodas das Laufen immer schwieriger wurde. Nach gut 50 Kilometern war es dann so schlimm, das ich auch bei Flüßigkeitsaufnahme erbrach, an ein Laufen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken. Zwischenplatz 11. Ich schleppte mich noch weiter, in der Hoffnung einen zweiten Frühling zu erleben. Auf diesen hoffte ich aber vergebens, nach 9 Stunden Renndauer und gut 67 Kilometern beschloß ich das Ganze zu beenden um schlimmeres zu verhindern. Außerdem war ich sowieso meilenweit weg von Konkurenzfähig.


Jetzt heißt es erst mal das Ganze zu verdauen, um neue Kraft zu danken. Ansonsten ein schöner Trail in toller Umgebung. Nur die langen Anstiege fehlen mir persönlich, sonst super!

Vielen Dank an meine Liebsten, die das alles mit mir ertragen müssen!!!

Hermann

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